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Was ist das denn

Barrierefreiheit

Barrierefreie Webseiten sind für alle, auch für Menschen mit Behinderungen, gut bedienbar, d.h. auch für Menschen, die sehr schlecht sehen oder blind sind, Menschen, die ihre Finger nicht gut oder gar nicht bewegen können und extra Hilfsmittel brauchen, wie z.B. eine spezielle Tastatur, einen Joystick oder eine Maus, die man mit dem Mund bewegen kann…

1. Aufgabe: Was glaubst Du, wieviele Menschen in Europa haben eine Behinderung? Eher 1 % oder eher 10%?

Braillezeile
Braillezeile, Foto: Aktion Mensch / Hartmut Reiche

2. Aufgabe: Kannst Du Dir vorstellen, wie eine Braillezeile funktioniert?

Surfen mit Braillezeile: Statt Maus und Bildschirm nutzen viele blinde User im Internet dieses alternative Ausgabegerät. Die Braillezeile tippt ihnen die Informationen in Punktschrift auf die Fingerkuppen. Doch nicht alle Internetangebote sind zugänglich für solche alternativen Ausgabegeräte. Mit dem BIENE Wettbewerb für barrierefreie Internet-Gestaltung wollen Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen deshalb die besten barrierefreien deutschsprachigen Webseiten prämieren.

Barrierefreie Seiten versuchen auch besser benutzbar zu sein für Menschen, die sich mit dem Internet nicht so gut auskennen, für ältere Menschen und für Menschen mit Lernschwierigkeiten.

100% barrierefrei gibt es aber nicht. Seiten, wo sich sehr viel bewegt und wo sich die Inhalte von alleine ändern, sind für viele Menschen nur sehr schwer bedienbar.

Es gibt Richtlinien

Für InsiderInnen: Diese Webseite entspricht den Webstandards des World Wide Web Consortium - W3C und den Richtlinien für Barrierefreies Internet der Web Accessibility Initiative - WAI.

WCAG AA Conformance Logo

Sie basiert auf XHTML Transitional 1.0 und CSS 2 , sie wird gewartet mit dem Content Management System Wordpress und erfüllt die WAI Richtlinien Level AA.

3. Aufgabe: Was glaubst Du, wieviele Webseiten weltweit sind wirklich sehr gut zugänglich für Menschen mit Behinderungen? Eher 2% oder eher 20%?

Und wie merke ich es

Was kann eine barrierefreie Seite

Am Aussehen von einer Webseite muss man es gar nicht merken, aber wenn sie barrierefrei programmiert ist, kann sie einiges, was “normale” Seiten nicht können. Eigentlich sollten alle Webseiten die folgenden Möglichkeiten bieten.

Schriftvergrößerung

Es gibt auf der Seite rechts oben Links zum Vergrößern der Schrift.
Aber auch im Browsermenü kannst Du die Schrift anpassen.

4. Aufgabe: Schau mal im Menü vom Browser: im Firefox unter Ansicht / Schriftgrad, im Internet Explorer 7 unter Seite / Schriftgröße. Der IE 7 kann auch prozentweise zoomen. So ähnlich, aber um einiges besser funktioniert auch ein Zoomprogramm für Menschen mit schwerer Sehbehinderung.

Grosse Schrift

Flexibles Layout

Die Seite passt sich an verschiedene Bildschirmgrößen an. Sie sieht auf einem großen Flachbildschirm gut aus und auch auf einem kleinen Bildschirm und bei kleiner Auflösung von 800×600 Pixel.

Die Seite ist nicht zu breit und ist deshalb mit einem Zoomprogramm besser bedienbar, weil man nicht gleich querscrollen muss.

5. Aufgabe: Versuch einmal, das Bildschirmfenster zusammenzuschieben. Vielleicht musst Du dafür auf das Verkleinern Symbol - ganz oben rechts im Browser ist es das mittlere Symbol - klicken.

Benutzerfreundliche Farbwahl

Die Kontraste von Vorder- und Hintergrundfarben sind groß genug. Das kann man auch messen, z.B. hier: Kontrastmesstool.

6. Aufgabe: Versuch dort ein paar Farbkombinationen aus, indem du an den Reglern schiebst.

Auch wenn man farbenblind ist, kann man die Seite noch lesen. Das kann man ebenfalls testen: Farbblindheitssimulator

Zahl 3 in Grün auf Rot

7. Aufgabe: Rot-Grün Blindheits Test: Kannst Du die grüne 3 auf rotem Grund erkennen oder sehen für Dich beide Bilder gleich aus?

Klare Menüführung

Die Seitennavigation ist in kleine, leicht überschaubare Listen aufgeteilt. Es gibt auch eine Suche.
Für Blinde und TastaturbenutzerInnen gibt es Sprungmarken (z.B. zum Inhalt) zum Überspringen der Navigation.

Übersichtliche Gestaltung des Inhalts

Überschriften, Absätze und Listen machen einen langen Text übersichtlicher. Längere Texte kann man so leichter am Bildschirm lesen.

Druckversion

Beim Ausdrucken bekommt man nur den Inhalt der jeweiligen Seite, nicht die Menüs.

8. Aufgabe: Klick mal im Browsermenü auf Datei / Druckvorschau.

Optimierung für Screenreader

Blinde lesen am Computer mit Braillezeile und / oder lassen sich den Text vom Screenreader vorlesen.
Screenreader nennt man die Software für blinde ComputerbenutzerInnen, mit der sie normale Computerprogramme bedienen können.
Blinde lesen nicht die grafische Ansicht einer Webseite, sondern nur den Text, ungefähr so:
Webseite ohne CSS
Webseite ohne Formatierung mit CSS.

Statt der Bilder bekommen sie einen Alternativtext, wenn man beim Bildeinfügen einen dazugeschrieben hat.

9. Aufgabe: Klick auf diesen Link Seite ohne Stylesheet.

Wichtig ist für blinde Menschen, dass man einen Text Zeile für Zeile lesen kann (linearer Seitenaufbau), Layouttabellen oder Frames sind deshalb nicht so gut.

Überschriften und Absätze machen den Text übersichtlich. Man kann mit Screenreader von Überschrift zu Überschrift oder absatzweise springen, muss also nicht alles von Anfang bis Ende durchlesen.

Bilder brauchen Alternativtexte und Texteingabefelder in Formularen Labels, damit Blinde wissen, welcher Text zu welchem Eingabefeld gehört.

Es ist gut, wenn neue Seiten im gleichen Browserfenster aufgehen. Man kann mit dem Zurück Button vom Browser zur letzten Seite zurück. Blinde BenutzerInnen kennen sich besser aus, wenn sie nicht viele Fenster gleichzeitig offen haben.

10. Aufgabe: Klick mit der rechten Maustaste auf einen Link. Was kannst Du dann auswählen?

Kennzeichnung von Abkürzungen und fremdsprachigem Inhalt

Fremdwörter, die man nicht deutsch ausspricht - z.B. Home oder Stylesheet, sollen mit einem Sprachkürzel versehen sein, damit der Screenreader sie richtig aussprechen kann (also nicht Ho-me oder Schtülescheet). Das ist auch wichtig für blinde Menschen.

11. Aufgabe: Lies einmal diesen Text “auf Deutsch” vor: I am an english sentence. Do you understand me?

Abkürzungen (z.B. CSS) sollen erklärt werden. CSS (Cascading Stylesheets) sind Dateien, wo drinsteht, wie eine Internetseite genau aussehen soll, Schriftfarbe, Schriftgröße usw.

Bedienbarkeit ohne Maus

Die Seite ist auch allein mit der Tastatur bedienbar. Das ist wichtig für Menschen mit motorischen Einschränkungen und für Blinde.

Tab-Taste Enter-Taste

12. Aufgabe: Versuch einmal dich ohne Maus, nur mit der Tabulatortaste und der Enter Taste auf der Seite zu bewegen.

Gebärdensprache

Von Geburt an gehörlose Menschen lernen die Gebärdensprache als Muttersprache, bei uns hier die österreichische Gebärdensprache (ÖGS). Unsere Schriftsprache ist für sie wie eine Fremdsprache, die sie oft erst später lernen. Weil sie nicht hören können, können sie auch nicht gut sprechen lernen, und weil die Gebärdensprache eine ganz andere Grammatik, einen anderen Satzbau und Wortschatz hat, können sie Deutsch meist nicht perfekt und haben auch Probleme beim Lesen, mit der deutschen Grammatik und mit dem Wortschatz.

13. Aufgabe: Klick einmal auf eines der Gebärdensprachvideos auf dieser Seite. Verstehst du was oder nur Bahnhof? Mehr Infos und Übersetzungen gibts beim Österreichischen Gehörlosenbund, der auch die Videos auf dieser Seite gemacht hat.

3 Reaktionen zu “Barrierefreiheit”

  1. Maria

    Versteht man das, was ich da geschrieben habe oder überhaupt nicht?

  2. Susa

    Ist ein bisschen wie ein “Vademecum” für Barrierefreiheit im Internet - eine tolle Zusammenfassung, bei deren Lesen ich wieder einiges gelernt habe :-)

  3. Heidrun

    Bin ganz Susa’s Meinung - Sehr verständlich & durch die Aufgaben sehr einprägsam & für Groß & Klein ;)

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