Was ist das denn
Barrierefreiheit
Barrierefreie Webseiten sind für alle, auch für Menschen mit Behinderungen, gut bedienbar, d.h. auch für Menschen, die sehr schlecht sehen oder blind sind, Menschen, die ihre Finger nicht gut oder gar nicht bewegen können und extra Hilfsmittel brauchen, wie z.B. eine spezielle Tastatur, einen Joystick oder eine Maus, die man mit dem Mund bewegen kann…

Braillezeile, Foto: Aktion Mensch / Hartmut Reiche
Surfen mit Braillezeile: Statt Maus und Bildschirm nutzen viele blinde User im Internet dieses alternative Ausgabegerät. Die Braillezeile tippt ihnen die Informationen in Punktschrift auf die Fingerkuppen. Doch nicht alle Internetangebote sind zugänglich für solche alternativen Ausgabegeräte. Mit dem BIENE Wettbewerb für barrierefreie Internet-Gestaltung wollen Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen deshalb die besten barrierefreien deutschsprachigen Webseiten prämieren.
Barrierefreie Seiten versuchen auch besser benutzbar zu sein für Menschen, die sich mit dem Internet nicht so gut auskennen, für ältere Menschen und für Menschen mit Lernschwierigkeiten.
100% barrierefrei gibt es aber nicht. Seiten, wo sich sehr viel bewegt und wo sich die Inhalte von alleine ändern, sind für viele Menschen nur sehr schwer bedienbar.
Es gibt Richtlinien
Für InsiderInnen: Diese Webseite entspricht den Webstandards des World Wide Web Consortium - W3C und den Richtlinien für Barrierefreies Internet der Web Accessibility Initiative - WAI.

Sie basiert auf XHTML Transitional 1.0 und CSS 2 , sie wird gewartet mit dem Content Management System Wordpress und erfüllt die WAI Richtlinien Level AA.
Und wie merke ich es
Was kann eine barrierefreie Seite
Am Aussehen von einer Webseite muss man es gar nicht merken, aber wenn sie barrierefrei programmiert ist, kann sie einiges, was “normale” Seiten nicht können. Eigentlich sollten alle Webseiten die folgenden Möglichkeiten bieten.
Schriftvergrößerung
Es gibt auf der Seite rechts oben Links zum Vergrößern der Schrift.
Aber auch im Browsermenü kannst Du die Schrift anpassen.

Flexibles Layout
Die Seite passt sich an verschiedene Bildschirmgrößen an. Sie sieht auf einem großen Flachbildschirm gut aus und auch auf einem kleinen Bildschirm und bei kleiner Auflösung von 800×600 Pixel.
Die Seite ist nicht zu breit und ist deshalb mit einem Zoomprogramm besser bedienbar, weil man nicht gleich querscrollen muss.
Benutzerfreundliche Farbwahl
Die Kontraste von Vorder- und Hintergrundfarben sind groß genug. Das kann man auch messen, z.B. hier: Kontrastmesstool.
Auch wenn man farbenblind ist, kann man die Seite noch lesen. Das kann man ebenfalls testen: Farbblindheitssimulator

Klare Menüführung
Die Seitennavigation ist in kleine, leicht überschaubare Listen aufgeteilt. Es gibt auch eine Suche.
Für Blinde und TastaturbenutzerInnen gibt es Sprungmarken (z.B. zum Inhalt) zum Überspringen der Navigation.
Übersichtliche Gestaltung des Inhalts
Überschriften, Absätze und Listen machen einen langen Text übersichtlicher. Längere Texte kann man so leichter am Bildschirm lesen.
Druckversion
Beim Ausdrucken bekommt man nur den Inhalt der jeweiligen Seite, nicht die Menüs.
Optimierung für Screenreader
Blinde lesen am Computer mit Braillezeile und / oder lassen sich den Text vom Screenreader vorlesen.
Screenreader nennt man die Software für blinde ComputerbenutzerInnen, mit der sie normale Computerprogramme bedienen können.
Blinde lesen nicht die grafische Ansicht einer Webseite, sondern nur den Text, ungefähr so:

Webseite ohne Formatierung mit CSS.
Statt der Bilder bekommen sie einen Alternativtext, wenn man beim Bildeinfügen einen dazugeschrieben hat.
Wichtig ist für blinde Menschen, dass man einen Text Zeile für Zeile lesen kann (linearer Seitenaufbau), Layouttabellen oder Frames sind deshalb nicht so gut.
Überschriften und Absätze machen den Text übersichtlich. Man kann mit Screenreader von Überschrift zu Überschrift oder absatzweise springen, muss also nicht alles von Anfang bis Ende durchlesen.
Bilder brauchen Alternativtexte und Texteingabefelder in Formularen Labels, damit Blinde wissen, welcher Text zu welchem Eingabefeld gehört.
Es ist gut, wenn neue Seiten im gleichen Browserfenster aufgehen. Man kann mit dem Zurück Button vom Browser zur letzten Seite zurück. Blinde BenutzerInnen kennen sich besser aus, wenn sie nicht viele Fenster gleichzeitig offen haben.
Kennzeichnung von Abkürzungen und fremdsprachigem Inhalt
Fremdwörter, die man nicht deutsch ausspricht - z.B. Home oder Stylesheet, sollen mit einem Sprachkürzel versehen sein, damit der Screenreader sie richtig aussprechen kann (also nicht Ho-me oder Schtülescheet). Das ist auch wichtig für blinde Menschen.
Abkürzungen (z.B. CSS) sollen erklärt werden. CSS (Cascading Stylesheets) sind Dateien, wo drinsteht, wie eine Internetseite genau aussehen soll, Schriftfarbe, Schriftgröße usw.
Bedienbarkeit ohne Maus
Die Seite ist auch allein mit der Tastatur bedienbar. Das ist wichtig für Menschen mit motorischen Einschränkungen und für Blinde.

Gebärdensprache
Von Geburt an gehörlose Menschen lernen die Gebärdensprache als Muttersprache, bei uns hier die österreichische Gebärdensprache (ÖGS). Unsere Schriftsprache ist für sie wie eine Fremdsprache, die sie oft erst später lernen. Weil sie nicht hören können, können sie auch nicht gut sprechen lernen, und weil die Gebärdensprache eine ganz andere Grammatik, einen anderen Satzbau und Wortschatz hat, können sie Deutsch meist nicht perfekt und haben auch Probleme beim Lesen, mit der deutschen Grammatik und mit dem Wortschatz.
Am 11. April 2007 um 18:48 Uhr
Versteht man das, was ich da geschrieben habe oder überhaupt nicht?
Am 13. April 2007 um 17:14 Uhr
Ist ein bisschen wie ein “Vademecum” für Barrierefreiheit im Internet - eine tolle Zusammenfassung, bei deren Lesen ich wieder einiges gelernt habe
Am 20. April 2007 um 12:36 Uhr
Bin ganz Susa’s Meinung - Sehr verständlich & durch die Aufgaben sehr einprägsam & für Groß & Klein